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Generationengerechtigkeit

Dieses Thema im Forum "FORUM | Reden wir miteinander ..." wurde erstellt von Komodowaran, 8 November 2014.

  1. Komodowaran

    Komodowaran Gast-Teilnehmer/in

    der "Graf Hoyos", Chef der Junos, hat u.a. den Vorschlag gemacht, die staatliche Pension zukünftig zu vereinheitlichen und die private Vorsorgemöglichkeit zu forcieren. Er wird für diesen Vorschlag in der Luft zerrissen, vor allem von bestehenden Pensionsbeziehern oder kurz davor stehenden, die meiner Meinung nach nicht ganz verstanden haben, um was es dabei geht.

    Das ganze Umlagesystem wird sich früher oder später ad absurdum führen, die ganzen Pensionsreformen dienen nur der Strukturverzögerung, mit hoher Wahrscheinlichkeit aus politischen Gründen, weil mittlerweile etwa 2 Mill. Menschen von einer wesentlichen Umstrukturierung betroffen wären. Bestehende Pensionen zu kürzen trifft halt viel direkter, als die zukünftigen Pensionen der arbeitenden Bevölkerung sukzessive zu kürzen. Tatsache ist, dass die ganze Finanzierung auf Kosten der mittleren und jüngeren Generation erfolgt und von den bestehenden Pensionären nichts dazu beigesteuert wird, ein Zustand sondergleichen.

    Als mitten im Berufsleben stehender Mensch fragt man sich schon, warum man eine 4500 Euro Pension z.B. eines Schuldirektors finanzieren soll. Als Pensionist arbeitet man genauso viel wie alle anderen Pensionisten, also nichts, und die Begründung, dass man mehr eingezahlt hat ins Pensionssystem ist fadenscheinig. Es ist ja keine direkte Leistung, dass man mehr ins Pensionssystem eingezahlt hat, die grundsätzlich höheren Bezüge gelten ja die "höherwertige Leistung" ohnehin ab.

    Also eine einheitliche staatliche Pension wäre meiner Meinung nach nicht so schlecht, ein Gutverdiener hat ja die Möglichkeit, zusätzlich vorzusorgen.

    Was meint ihr dazu ?
    Folgebeitrag desselben Teilnehmers (erstellt: 8 November 2014, Oberer Text geschrieben: 8 November 2014)
    In diesem Sinne bin ich auch dafür, das Luxuspensionenbegrenzungsgesetz auszuweiten. Eine Unterschied von mehreren tausend Euro Pension für diesselbe "Tätigkeit" ist im Sinne einer Gerechtigkeit sowohl innerhalb der Pensionsbezieher als auch gegenüber der jüngeren Generationen nicht mehr zu begründen.
     
  2. 0xym0r0n

    VIP: :Silber

    Es gibt so viele Ungerechtigkeiten und Merkwürdigkeiten in der staatlichen Verwaltung und der gesellschaftlichen Organisation in Österreich, dass man gar nicht weiß, wo mn anfangen sollte es zu korrigieren (vermtlich fängt man deshalb gar nirgends an und lässt alles, so wie es ist).

    Generell bin ich der Meinung, dass es ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle Österreicher von Geburt bis zum Tod geben sollte. Dieses würde dann nicht nur das Kindergeld, sondern auch die Pension ersetzen. Im nebeneffekt wäre genau das erreicht, das du gerne hättest.

    An sich wird da eh kein vernünftiger Weg daran vorbei gehen. Fragt sich nur, wann unsere Politik sich das aufzugreifen traut. Vermutlich ca 3-5 Jahre nach der deutschen Politik. ;)
     
    Alex3 und Komodowaran gefällt das.
  3. Alex3

    VIP: :Silber

    Ich wäre dafür, sämtliche Pensionen mit sofortiger Wirkung auf die höchste ASVG-Pension zu beschränken und Firmenpensionen nur zuzulassen, wenn sie nicht von staatsnahen Betrieben gezahlt werden.

    Ein befreundeter Bankdirektor erzählt mir laufend Geschichten von Hofratswitwen, die ihn regelmäßig befragen, was sie mit ihrem überschüssigen Geld anfangen sollen...

    Früher habe ich mir weismachen lassen, dass einem Beamten die höhere Pension zusteht, da er ja auf eine Abfertigung verzichten muss. Allerdings habe ich dann erfahren, dass ohnehin Jubiläumsgelder in ähnlicher Höhe ausbezahlt werden...
     
    no-mercy gefällt das.
  4. Komodowaran

    Komodowaran Gast-Teilnehmer/in

    Die klare Linie, die du ansprichst (oxy), gefällt mir. Es würde so nebenbei eine Unmenge an Verwaltung und zugehörigen Beamten sparen, sozusagen Verwaltungsreform inklusive. Für die nicht mehr benötigten unzähligen Verwaltungsarbeitsplätze müsste man wohl Alternativen finden.
    Folgebeitrag desselben Teilnehmers (erstellt: 8 November 2014)
    Die Unverhältnismäßigkeiten und Ungerechtigkeiten im Pensionssystem sind wirklich eklatant, aufgrund mangelnder Transparenz wird das wohl viel zu wenig thematisiert. Die Hofratsdame wird für ihren Einsatz (einen potenziellen Hofrat zu ehelichen) wahrlich belohnt.
     
  5. Privatrice

    Privatrice Gast-Teilnehmer/in

    Was sie Generationengerechtigkeit und den Vorschlag des Grafen Hoyos angeht, so sind diejenigen angeschmiert, die jetzt schon seit einiger Zeit im Erwerbsleben stehen und schon etliches ins Solidarsystem eingezahlt haben-sprich, die meisten von uns.
    Wenn man nämlich jetzt-mitten im Spiel-die Regeln ändert ist das wirklich ein Schlag ins Gesicht für Menschen, die schon 20, 25, 30 Jahre ins das System hineingebuttert haben und dann auf irgendeine eine Zahlung am Existenzminimum plus gefälligst vorzunehmender Eigenvorsorge verwiesen werden, obwohl sie schon aufgrund ihrer eigenen Beiträge jetzt schon höhere Ansprüche erworben hätten.

    Es ist ebenso ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich von einer prekären Beschäftigung zur nächsten hangeln oder bis in die frühen Dreissiger Praktika und Ausbildungen aller Art absolvieren dürfen-was sollen die noch alles stemmen-Familiengründung, überteuerte Mieten, vielleicht dann irgendwann noch die Altvorderen erhalten, wenn die Pflege unfinanzierbar wird-und vom nicht vorhandenen Rest Eigenvorsorge einzahlen? So dass ein ernst zu nehmender Betrag herauskommt? Irgendwann wollen die leben auch, oder?

    Dies gilt bei stagnierenden Löhnen, immer unsichereren Einkommen und zunehmender finanzieller Belastung
    für eine sehr große Gruppe von Menschen.
    Und was möchte er mit den bestehenden, oft sehr hohen Pensionsansprüchen machen-die Leute enteignen?

    Wobei auch ich für eine Deckelung sehr hoher Pensionen-egal wo sie herkommen-bin.
    Es könnte auch gerade bei Witwenpensionen viel eingespart werden-wenn z.B. die Gesatsumme der Eigen- und der Witwenpension einen bestimmten Betrag-sagen wir, 3.000 Euro-übrsteigt, wird abgeshnitten. Man kann hoffentlich mit 3.000 Euro auskommen.
    Folgebeitrag desselben Teilnehmers (erstellt: 8 November 2014, Oberer Text geschrieben: 8 November 2014)
    Es ist wirklich ärgerlich, dass man den Beitrag nur so kurze Zeit editieren kann. Man verzeihe mir die diversen Fehler.
     
  6. no-mercy

    no-mercy Fulgurator

    Ich denke, dass das Pensionskonto schon der richtige Weg ist wohin es hingehen muss.
    Bezüglich Pensionsbeschränkungen bin ich sowieso dafür, dass der Pensionsbetrag über der ASVG Maximalrente, empfindlich progressiv besteuert werden sollte.
    Bei Firmenpensionen sehe ich keinen Änderungsbedarf, weil die auch heute schon besteuert werden.
     
    Privatrice gefällt das.
  7. Komodowaran

    Komodowaran Gast-Teilnehmer/in

    Diejenigen, die jetzt mitten im Berufsleben stehen, sind sowieso angeschmiert. Tatsache ist, dass die bestehenden Pensionsbezieher keinen Beitrag zur Finanzierung des zukünftigen Systems leisten. Die Einzahlung ins Pensionssystem basiert zudem auf keiner direkten Leistung, von erworbenen Pensionsrechten zu sprechen, ist überholt.
     

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